Maxim Biller

Der Erzähler von „Mama Odessa“

Maxim Biller

Photo: LOTTERMANN AND FUENTES

Maxim Biller wurde als Kind russisch-jüdischer Eltern 1960 in Prag geboren, lebt seit seinem zehnten Lebensjahr in Deutschland. Er studierte in Hamburg und München Literatur, hat sich erst als Journalist vor allem durch seine Kolumnen in der Zeitschrift Tempo einen Namen gemacht. 1990 erschien sein erster Erzählungsband „Wenn ich einmal reich und tot bin“ Es folgten danach viele Romane, Novellen und Erzählungen. Sein Bestseller „Sechs Koffer“ stand auf der Shortlist zum deutschen Buchpreis. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderen ins Türkische. Der Verlag Livera aus İzmir veröffentlichte bis jetzt drei Werke von ihm: „Im Kopf von Bruno Schulz,” „Sechs Koffer“ und zuletzt „Mama Odessa.“

Die Familie Grinbaum musste die Heimatstadt Odessa verlassen, weil es dafür reichlich Gründe gab: ein KGB-Giftanschlag, der dem Vater des Erzählers gilt aber die Ehefrau trifft, die zionistischen Träumereien des Vaters, der am Ende mit seiner Familie im Hamburger Grindelviertel strandet. Es ist ein Viertel, das einst von jüdischen Familien bewohnt war, aber nichts mehr erinnert an diese jüdische Vergangenheit des Stadtteils. Die Familie fällt aber in Hamburg auseinander, der Vater hat eine Beziehung mit einer deutschen Frau. Hamburg wird mehr und weniger die neue Heimat der Mutter, denn der Schriftstellersohn ist auch unterwegs, mal ist er in München, mal in Berlin. Odessa bleibt aber als Sehnsuchtsort.

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