Dr. Reiner Stach
Franz Kafka starb vor 100 Jahren
Kafka, der Unsterbliche
Dr. Reiner Stach
Reiner Stach, geboren 1951, studierte Philosophie, Mathematik und Literaturwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt/Main. Als Stach die Briefe und Tagebücher von Kafka entdeckte, setzte er sein geplantes Studium der Mathematik nicht fort, promovierte über Kafka. Diese Arbeit erschien 1987 unter dem sehr interessanten Titel Kafkas erotischer Mythos. Eine ästhetische Konstruktion des Weiblichen. Es folgten die umfangreiche Kafka Biografie, in 3 Bänden. Das erste Buch erschien 2002 unter dem Titel KAFKA, die Jahre der Entscheidungen, das dritte Buch 2014, das sich auf die frühen Jahren Kafkas konzentriert. Dazwischen, aber erschien ein besonderes Buch: Ist das Kafka? 99 Fundstücke. Dieses und die ersten zwei Biografie-Bücher wurden auch ins Türkische übersetzt.
Wenn man alle drei Biografie-Bücher zusammenrechnet, sind das mehr als 2000 Seiten, nicht nur wegen dieses Umfangs, sondern, besonders wegen des Inhalts und des meisterhaften Erzählstils ist es ein großes Werk. Man liest einerseits das Leben eines ambivalenten Künstlers, aber auch die umfangreiche Kulturgeschichte Europas, die fast wie ein Krimi, ein Roman geschrieben ist. Deswegen hat der Autor auch viele Preise erhalten, wie Bayerischer Buchpreis oder Joseph-Breitbach-Preis. Der letzte Band trägt den Titel Kafka-Die frühen Jahre – also wurden die frühen Jahre von Kafka als letztes geschrieben. Besonders die ersten zwei Bücher, Die Jahre der Erkenntnis und Die Jahre der Entscheidungen streifen auch unser Thema: Kafka und Berlin. Wenn man Kafka und Berlin zusammendenkt, denkt man auch über Berliner Verlage, über das Nacht-und Kulturleben nach. Aber zwei Frauen, die die Beziehung zu der Stadt besonders prägen oder herstellen, darf man nicht vergessen: Felice Bauer und Dora Dimant.