Anja Kampmann
“Wie hoch die Wasser steigen”
Anja Kampmann
Anja Kampmann, lebt in Leipzig, geboren ist sie aber 1983 in Hamburg. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Während des Studiums nahm sie an Literaturwettbewerben teil, ihre Lyrik und Prosa wurden mehrfach ausgezeichnet und gefördert. Ihre Texte wurden in Zeitschriften veröffentlicht, darunter „Akzente“ und „Neue Rundschau“. 2018 erschien ihr Romandebüt „Wie hoch die Wasser steigen“, mit dem sie für den Preis der Leipziger Buchmesse und für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „Der Hund ist immer hungrig“ und ihre vielbeachtete Übersetzung von Ilya Kaminskys Gedichte. Der deutsche Literaturfonds würdigte sie mit dem London Stipendium 2024 als Autorin „die in Prosa wie Gedicht einen unverwechselbaren Sound gefunden hat.“ Das sind zutreffende Worte, wenn man besonders an ihren Debütroman „Wie hoch die Wasser steigen“ denkt. Dieser Roman ist bis jetzt in 6 Sprachen übersetzt, u.a. ins Türkische.
Man kann den Roman „Wie hoch die Wasser steigen“ als ein Road-Buch lesen, aber auch als eine andere Geschichte von Arbeitsmigration. Der Protagonist ist der 52 Jahre alte Waclaw Wenzel Groszak, ein Ölbohrarbeiter auf einer Plattform mitten im Meer. Er verliert in einer stürmischen Nacht seinen besten Freund, den ungarischen Kollegen Matyas. So reist Waclaw Wenzel nach Ungarn, bringt die Sachen des verstorbenen zu der Familie. Will er aber danach, nach diesem Besuch zurück auf eine Plattform? Das ist seine Lebensfrage. Vor der westafrikanischen Küste entscheidet er sich dagegen, und reist über Malta und Italien nach Norden bis ins Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet ist seine ursprüngliche Heimat. Man liest aber seine Geschichte auch fast wie eine ziellose Irrfahrt nach der eigenen Vergangenheit.